Wie man Bücher schreibt - Schritt 2

Vor ein paar Tagen war ich Abends mit ein paar Leuten in einer Strandbar. Die Sonne war gerade untergegangen, bunte Lichter und Fackeln ließen die Bambusmöbel sanft leuchten und die Musik war gerademal so laut, dass ich noch die Wellen rauschen hören konnte. Wir hatten einen entspannten Abend, und ausgerechnet dann fing es an: Auf einmal sprudelten in mir die Ideen, und feierten eine Party in meinem Kopf, während ich doch eigentlich abschalten wollte. Das waren Ideen, über die ich mich wenige Stunden zuvor sehr gefreut hätte, als ich noch vor meinem Laptop saß und verzweifelt versucht hatte etwas brauchbares aus mir rauszuquetschen.

Das Ding ist: Ideen kommen meistens nicht dann, wenn man sie haben will, sondern wenn sie eigentlich eher fehl am Platz sind: Nämlich wenn man gerade nicht arbeitet. In stressfreien Situationen wie in einer Strandbar, oder einfach bei einem Spaziergang. In Momenten, in denen man sich selbst nicht unter Druck setzt, sondern einfach locker lässt und entspannt.

Ideen kann man nicht erzwingen. Naja, doch, man kann schon, für eine Weile zumindest. Aber man brennt dabei schneller aus, als eine billige Kerze.

Die Lösung ist Muße. Das kriegst du auch ohne Strandbar hin. Nimm dir einfach genug Zeit für dich, und tu mindestens einmal am Tag für 10 Minuten rein gar nichts. Oder gehe spazieren. Oder meditiere. Oder setz dich ans Fenster und beobachte den Vogelflug. Oder nimm ein Bad. Der Trick ist, nicht auf die Idee zu warten, sondern einfach die Stille, die Schönheit, oder die Wärme zu genießen.

Und weil die Ideen häufig dann kommen, wenn man sie gerade nicht umsetzen kann oder will, brauchst du auch eine Möglichkeit sie festzuhalten. Am besten wärs natürlich, das Notizbuch immer am Start zu haben, dann kannst du die Ideen nämlich gleich an die richtige Stelle schreiben. Ansonsten geht natürlich auch ein Zettel, eine Serviette, oder eine Notiz auf dem Handy. Man muss halt nur daran denken, die Notiz Abends ins Buch zu übertragen. Apropos: Wie läufts mit dem Notizbuch? Schreibst du jeden Abend?

Kennst du das auch, dass die Ideen immer dann kommen, wenn man sie gerade nicht gerufen hat? Wie machst du das dann? Ignorierst du sie, oder notierst du sie, oder setzt du sie vielleicht sogar sofort um?

Hier noch ein sehr gutes Buch, wenn du die Dinge auf die Reihe kriegen willst, die du wirklich tun möchtest: http://amzn.to/1Lz3HWe

Und hier geht's zum ersten Teil von "Wie man Bücher schreibt"

Folge mir via E-Mail Benachrichtigung, Bloglovin, Instagram oder Facebook.

Bis bald!

Kommentare

Solche Arbeitsplätze wie du hätte ich auch gern :D Das mit den Ideen kenne ich und wenn ich sie mir gerade in den unpassendsten Momenten einfallen, versuche ich es entweder sofort irgendwo aufzuschreiben oder ich versuche es mir die ganze Zeit zu merken, bis ich es dann doch endlich irgendwo niederschreiben kann :)

hey y.kennst vielleicht auch the creative habit von twyla tharp? Kreativität als Gewohnheit, Rituale...klingt,als wärs was für dich.grüsse aus wien
p.s.falls es dich wieder in die Kälte verschlägt,gfreu ich mich auf ein Video über haut-, Haar-und nasenschleimhautpflege in der heizperiode

Ich habe viele Ideen unter der Dusche, auf dem Klo oder in der Straßenbahn... vieles schreibe ich mir auch auf, aber irgendwie finde ich es manchmal auch frustrierend, mehr Ideen als Zeit und Energie zur Umsetzung zu haben. Ich will meine Kreativität aber dennoch nicht missen!
"The War of Art" hat mir auch gut gefallen :)
Mir gefällt es wirklich gut, öfter von dir zu lesen! Deine Videos sind aber auch toll!

Hey,

Bei mir ist das mit den Ideen und Gedanken genauso! Ich habe aber immer mein kleines Poeme Buch bei mir und schreibe einfach immer alles sofort auf. Und wenn ich dann mal arbeiten will, die Ideen aber nicht in meinem Kopf sind, sind sie in meinem Buch und dann suche ich mir einfach das Thema raus auf welches ich in diesem Moment am meisten Lust habe. Dann zünde ich mir Kerzen an oder vielleicht sogar den Ofen, starte meine Lieblingsplaylist und dann habe ich eine wunderbare Stunde für mich und meine kleine Ideenwelt.

Alles Liebe,
Magda

Wir schreiben in unserer Schule gerade ein Musical mit eigenen Liedern und wir hatten eine echte Schaffenskrise, aber dann auf einmal Deutschunterricht sprudelten die Ideen nur so aus mir heraus und am Anfang wollte ich sie ignorieren und mich auf den Unterricht konzentrieren, aber nachdem meine Sitznachbarin dann genervt von meinem Gesumme war habe ich ein Notenblatt rausgeholt und die Melodie notiert. Mit dieser Melodie kann ich jetzt jedes mal das Gefühl aus dem Deutschunterricht zurückrufen.

Liebe Yamina,
ja, ich kenne das!
Vielleicht sollte ich kurz erklären, was eig. besser unter den anderen Post gepasst hätte. Aber ich denke, hier ist es auch in Ordnung :)
Ich bin 16. Seit der 5. Klasse will ich Schriftstellerin werden... und dafür wäre es am naheliegensten, bereits sofort mit dem Schreiben anzufangen. Auch wenn es nur die Geschichten eines Mädchens sind.
Damals bin ich zumindest soweit gekommen, dass ich die Geschichten angefangen habe. Dann hatte ich keine Zeit mehr, habe es aus den Augen verloren.. bis ich mich erinnert, mir die alten Geschichten durchgelesen und gedacht habe: Lust zum Schreiben hätte ich, aber das Niveau dieser angefangenen Geschichten ist doch weit unter meinem jetzigen Stand! Also habe ich neue Geschichten angefangen. Und diese wieder aus den Augen verloren.
Nachdem ich jetzt einige Jahre lang keine Geschichte mehr angefangen habe, überkam mich irgendwann wieder die Lust. Ideen hatte ich, und von Aufsätzen in der Schule etc. hatte ich auch bereits die Rückmeldung bekommen, dass ich gut schrieb.
Jetzt hatte ich jedoch ein anderes Problem: Mein Perfektionismus.
Er ist nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei anderen, aber dennoch vorhanden. Und nun war er der Grund, der mich vom Schreiben abhielt. Denn meine Blockade war folgende: Wenn ich mit Schreiben anfange, dann würde die Geschichte nach dem Schreiben das Gegenteil von perfekt sein. Ich war ein Anfänger im Schreiben, auch wenn ich es gut konnte und liebte. Demnach bräuchte es nochmal über die Hälfte, um sie umzuschreiben, etc... bis auch ein ansehnliches Produkt daraus entstünde. Eins, das das Zeug zum Bestseller hat. Ich kam von dem Wunschdenken einfach nicht weg, dass mein erstes, richtiges, zu-Ende-geschriebenes Buch perfekt sein müsste. Als würde ich es veröffentlichen wollen. Denn ich wollte an die ganz großen Schriftstellerinnen drankommen.
Das war natürlich unmöglich. Ich konnte vll schreiben, aber niemals hatte ich das Zeug DAZU. Aber wie konnte ich das wissen, wenn ich es nie ausprobierte?
Momentan sieht es bei mir so aus: Ich schreibe Ideen auf. Diese kommen meistens spät abends im Bad, wenn ich eig. wieder viel zu lange wach war und endlich ins Bett wollte. Doch dann sind sie einfach da, und ich muss sie aufschreiben- was ich auf meinem Handy tue. Denn das habe ich ja immer dabei.
Und wenn ich dann einmal eine Idee habe, mitsamt manchen Deatils oder einzelnen Handlungen, und angefangen habe zu schreiben.. dann komme ich so schnell aus dem Schreibfluss nicht raus. Was natürlich unpraktisch ist, da es so gut wie immer in Situationen passiert, in denen ich keine Zeit habe(Abends im Bad,in der Schule 5 min vor Pausenende, ...).
Aber ich habe es bis heute nicht geschafft, aus diesen Ideen und aufgeschrieben Details eine Geschichte zu machen. Denn ich traue mich einfach nicht anzufangen. Es ist ein riesengroßer innerer Konflikt: Auf der einen Seite WILL ich schreiben, es ist so ein Bedürfnis, ein Drang danach da! Und auf der anderen Seite wartet immer noch der Perfektionismus, der sagt: "Nein, das wird eh nichts. Das kommt niemals an Jane Austen, Charlotte Bronte oder eine der modernenen Bestsellerautorinnen ran." Und bis jetzt hat er immer gesiegt.
Ich hoffe sehr, dass ich iwann den Punkt erreiche, diese Seite hinter mir lassen zu können. Ansonsten muss ich mich wohl mit dem Aufschreiben blßer Ideen und meiner Schülerzeitung begnügen.
Das war jetzt ein wirklich langer Beitrag, tut mir sehr Leid! Aber es überkam mich gerade so, das alles aufzuschreiben. :)
LG, Rebecca

Hallo Yamina,
mir kommen immer wenn ich Musik höre und mich abends hinlegen die besten Ideen. Da hab ich Zeit diese auszufeilen und mir im Detail gedanklich auszuarbeiten. Dann wenn ich das alles vor geplant und vor sortiert habe setze ich sie um wenn ich Zeit habe bzw mir nehmen kann und nicht gerade in der Ausbildung bin. Ab und zu notierte ich kurzfristige Ideen die spontan kommen in meinem goldenen Notizbuch. Dann wenn ich sie noch nicht fix festhalten kann und sie nicht ausgereift sind.

herzlichste Grüße
LaFleur

Meinen Blog findet ihr unter lafleurs-naehkaestchen.blogspot.com
Da schreibe ich kleinere Anekdoten und DIY's, das ist mein Hauptnotizbuch ;)